Morgenhorn Berner Oberland

Sonntag, 1. November 2026

Herbstwanderung im Grenzland zwischen Osterzgebirge und Sächsischer Schweiz

Oelsner Höhe - Sattelberg (Špičak) - Krásný Les - Mordgrund - Mühle Bienhof - Oelsen 

leichte Wanderung, 14 km

 

GPX Track 

Einsam und rauh ist es hier oben. Die Landschaft zwischen den touristisch bekannten Orten des Osterzgebirges wie Altenberg mit seinem Kahlenberg, Geising mit dem gleichnamigen Berg, und im Böhmischen das Mückentürmchen und der Sächsisch-Böhmischen Schweiz mit dem Schneeberg, den Zschirnsteinen, ist offen mit Gebirgswiesen und einzelnen Wäldchen. Das Dörfchen Oelsen liegt genau zwischen Altenberg und Petrovice und Tisá auf einer Höhe von 600m. 
Derweil wird das Dörfchen schon 1358 urkundlich erwähnt als Oelssnicz (slawisch für Erle).
Zu erreichen über die A17 bis Abfahrt Breitenau, Bahratal. Dann weiter auf der Verbindungsstraße K 8756 Richtung Markersbach bis Abzweig Oelsen. Wir parken am Ende des langgestreckten Dorfes. 
 
Der Weg führt direkt bis zur Oelsner Höhe, welche nur 700 m entfernt ist.
 



Theoretisch hat man hier eine fantastische Rundumsicht auf den Osterzgebirgskamm mit Kahleberg, Lugsteinen und den Geisingberg, dem Elbkessel, den Tafelbergen der Sächsischen Schweiz, den Zschiernsteinen, dem Großen Winterberg, dem Rosenberg und natürlich dem Schneeberg. 
Heute allerdings nicht.
 


Die Tafelberge und die Zschiernsteine sind zu erahnen, der Schneeberg quält sich aus den Wolken. Trotzdem ist gerade diese Stimmung sehr schön. Der Sattelberg liegt unweit genau gegenüber.

Über geschützte Wiesen geht es auf die Grenze zu. Bitte nur den Pfad benutzen. Im Frühjahr und Sommer blühen hier noch u.a. Buschnelken, Teufelskralle, Trollblumen, Sternendolden und einige andere geschützte Arten.

An der Grenze treffen wir, grün markiert, auf einen Lehrpfad, welcher auf den Sattelberg führt. Ein Schild erzählt von der unrühmlichen Geschichte der Grenzregion hier oben nach dem 2. Weltkrieg.

Grün markiert geht's weiter, zunächst direkt an der Grenze entlang, später über eine Wiese in den Wald hinein.
 

Der Sattelberg ist basaltischen Ursprungs und hat typische Blockhalden im Gipfelbereich, welcher in den früheren Jahren nicht bewaldet war. Sogar eine Gastwirtschaft gab es einmal in den 20 er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Heute gibt es noch ein Gipfelkreuz und eine kleine Aussicht, vorallem Richtung Südwesten. Die A 17 überspannt das Nasenbachtal.

 

 
Wir wandern auf der grünen Markierung hinunter, unter der A 17 durch nach Krásný Les. Das böhmische Dorf wird jetzt erst so richtig wieder hergerichtet und aus dem Dornröschenschlaf eines abgelegenen Grenzdörfchens geholt. Die deutschen Gehöfte des Unterdorfes existieren eh nicht mehr. Nur eine kleine Kapelle erinnert noch an die deutsche Besiedelung.
 

Und ein geplantes Projekt - wann auch immer das in Angriff genommen wird - einen Wanderweg gibt es schon einmal:

Ansonsten kann man sich den Abstieg hier runter ersparen. Von Adolfov kommt der rot markierte Wanderweg E3 (im Winter als die Hohe Tour per Langlaufski bekannt), wir gehen ihn weiter wieder hinauf und unter der Autobahn hindurch Richtung Grenze.

 


Reichlich 2 Kilometer laufen wir durch offene Landschaft und noch intaktem Fichtenwald hinunter in den Mordgrund. Vor der Brücke mit einer Infotafel über die Geschichte führt ein schmaler Pfad, direkt am Bach wieder auf die deutsche Seite.


 
Zunächst ist das Tälchen noch eng, weitet sich dann aber schnell. 


 
Am Ende eine für uns unerwartete Überraschung:

Die Mühle Bienhof ist fantastisch restauriert und hat eine super Gastronomie.





Von innen habe ich keine Fotos gemacht, aber es ist Alles liebevoll restauriert und es ist sehr gemütlich mit einer fantastischen Speisekarte. Es ist nur am Wochenende geöffnet. Aber wer sollte in der Woche auch hier her kommen. Es ist gut so, wie es ist.

Nach dem guten Essen laufen wir noch auf der wenig befahrenen Straße Richtung Hellendorf bis zum Rückhaltebecken Mordgrundbach.


Steil führt hier ein unemarkierter Pfad durch den Wald nach oben auf die kleine Verbindungsstraße Oelsen - Hellendorf. Oben angekommen biegen wir nach links und auf der nächsten Anhöhe mit Wegkreuz wieder nach links auf den Kulmbacher Steig, welcher uns zum Auto zurück führt.


 Navigation: Mapy.com, Osmand - beide mit offline Karten

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