Morgenhorn Berner Oberland
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Sonntag, 19. Oktober 2025

Herbst im Mittleren Erzgebirge

Kleine herbstliche Rundwanderung um die kleine Bergstadt Zöblitz

Wander Idee von Ingo Rögner: Die schönsten Touren - sächsische Wanderberge aus dem Rotherverlag

von uns etwas abgewandelt. 
 

Das kleine Bergstädtchen Zöblitz liegt im Mittleren Erzgebirge hoch über dem tiefen und romantischen Schwarzwassertal. Es ist umgeben von sanften bewaldeten Höhenzügen und offenem Wiesengelände mit schönen Ausblicken.
Der hier früher gebrochene Serpentin sieht bearbeitet aus wie grüner Marmor und ist wesentliches Gestaltungselement der Dresdner Semperoper. Der Serpentin machte das Städtchen bekannt. heute ist der Steinbruch stillgelegt.
Die Stadtkirche besitzt eine Barockorgel des legendären Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann, welcher in Frauenstein im Osterzgebirge geboren wurde.

Hier beginnt auch unsere herbstliche Wanderung. Am Markt kann man gut parken. 

Samstag, 21. Juni 2025

Wanderungen im Osterzgebirge

Die Mühlen im Gimmlitztal

23,5 km 

Es gab viele Mühlen entlang des Gimmlitztals im Osterzgebirge. Walkmühlen, Getreidemühlen, Sägewerke und auch die Silberwäschen/Pochwerke zähle ich mit dazu. Alle brauchten sie eins: Wasser. Schaut man sich das kleine Rinnsal der Gimmlitz heute an würde keine Einzige mehr funktionieren. Es gibt einen liebevoll eingerichteten Lehrpfad und auch die Standorte der "verschwundenen" Mühlen sind mit verzeichnet. Die Gimmlitz entspringt bei Neuhermsdorf auf dem Kamm des Osterzgebirges und fließt in die Talsperre Lichtenberg im Landkreis Mittelsachsen. Das Erzgebirge war noch bis vor kurzem eine Wasserscheide. Heute ist es insgesamt verdammt trocken.
Wir starten unsere heutige kleine Wanderung in Frauenstein. Einem kleinen Erzgebirgsstädtchen an dessen Fuße in Kleinbobritzsch der berühmte Orgelbaumeister Gottfried Silbermann geboren wurde.
Kurz unterhalb der Jugendherberge befindet sich ein kleiner Parkplatz. Eine geteerte Straße führt uns auf blauer Markierung nach unten. Sie ist Teil der Blockline, einer 15 teiligen MTB und Gravelstrecke im Osterzgebirge. Diese ist ganz witzig ausgeschildert:
Unten im Tal angekommen trifft man auf den ehemaligen Standort der Walkmühle, leider ohne Foto. Wir gehen das Tal entgegen der Fließrichtung. Ein schattiger, breiter Weg führt durch das Tal.
Wir kommen am ehemaligen Standort der Rathsmühle vorbei. Auch sie ist nicht mehr vorhanden.


Die Gimmlitz ist nur noch ein Rinnsal und würde keine einzige Mühle mehr antreiben. Die offenen, weiten Wiesen, welch so typisch für diese Gegend sind, haben sich in den letzten Jahrzehnten von der Überweidung jedoch erholt.
Nach wenigen Metern kommen wir zur alten Silberwäsche im Gimmlitztal. Der Kulturverein Frauenstein hat hier über mehrere Jahre die alten Grundmauern wieder ausgegraben, saniert und umfangreich dokumentiert.




Kurz danach überquert man die B 171 und der Weg wird kurzzeitig schmal, bis man die Kummermühle erreicht.

Nach der Nutzung als Mühle wurde diese als Betriebsferienheim genutzt. Heute ist es eine Pension.

Weiter geht es entlang der gelben Markierung. Nach wenigen Metern kommt man nicht an eine Mühle sondern an eine Fichte mit einem sonderbaren Wuchs. 3 Stämme ragen aus einem Stock in den Himmel empor. Sie sieht aus wie ein Leuchter und hat auch diesen Namen. Bislang ist sie noch gut erhalten und noch nicht dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Auch sonst sehen die Fichten hier noch ganz gut aus, wie gesund sie wirklich sind kann ich nicht beurteilen. 

Wir verlassen hier erst einmal das Gimmlitztal und wenden uns über die Wiesen bergan dem Kammweg zu. Er führt, wie der Name schon sagt auf den Kamm Richtung Nassau und ist auch Teil des Kammweges durch das gesamte Erzgebirge.


Über eine schöne Wiese geht es zum gegenüberliegenden Waldrand,
und dann empor bis zur Kalkstraße. Diese nicht öffentliche Straße führt von Nassau zum Kalkwerk in der Nähe der Gimmlitzquelle. Am Wegesrand entdecken wir einen alten Richtungsstein. Wir waren schon unendliche Male hier, im Winter, im Sommer. Ich habe einen Teil meiner Jugend hier verbracht, aber gesehen habe ich ihn erst heute.


Er steht am Beginn des Loipenzentrums, direkt an der Kreuzung Kalkstraße, Waldhornweg. Um nicht die tröge Kalkstraße zu gehen, laufen wir diesen schöneren Weg nach oben zum Kannelberg, der 800  Höhenmetermarke hier oben😄.

Hier beginnt der E-Flügel wieder hinab zum Gimmlitztal. Die Runde von hier bis zur Quelle und das gesamte Gimmlitztal hinunter wird zur 30 km Tour.
Den schnurgeraden E-Flügel läuft man bis zur Kreuzung A-Weg, dann rechts durch einen Hohlweg hinab und man steht an der ersten Mühle, von der Quelle aus gesehen , im Gimmlitztal. Die Schmutzelermühle diente schon nach ihrer Mühlenlaufbahn vielen Zwecken. Wanderheim, Vertriebenenheim, Heim für die Arbeiter des nahen Kalkwerks. In unseren Augen verfällt sie zusehens.

Die Wiesen des Gimmlitztales stehen unter Naturschutz. Im Frühjahr blühen hier unzählige Himmelschlüsselchen.
Als nächstes erreichen wir die Weicheltmühle. Sie ist eine alte Mahlmühle mit noch erhaltener Technik. Wir sind hier in früheren Jahren gerne eingekehrt. Im Winter, wie im Sommer. Unter dem alten Wirt konnte man die Mühlentechnik noch besichtigen. Nach dem verheerenden Hochwasser 2002 wurde alles wieder hergerichtet. Leider gibt es hier seit einigen Jahren keine Gastronomie mehr. Schade. Aber es gibt ja auch keine richtigen Winter mehr. Man konnte hier sehr schön Skilanglauf betreiben.


Oberhalb der Weicheltmühle verläuft der Talweg als Rudol-Weichelt Gedächtnisweg teilweise im Hang, um den privaten Grund der folgenden Mühlen zu umgehen, teilweise im Tal über die prächtigen Wiesen.
Die Müllermühle erlangte mal traurige Berühmtheit.

Die Illingmühle ist eine alte Sägemühle und hat auch wesentlich bessere Jahre gesehen. Auch hier gab es  mal noch einen Versuch de Gastronomie. Nix mehr.

Die Finsterbuschmühle war ursprünglich auch eine Silberwäsche, später wohl eine Ölmühle. 
Danach erreichen wir wieder die Kummermühle, überqueren die B171 und gehen zurück zum Parkplatz.

Route

 

Sonntag, 4. Mai 2025

Einsame Täler und Höhen

Erzgebirgswanderung-Olbernhau/Hirschberg-Seiffen-Olbernhau/Hirschberg

21,5 km durch das Schweinitztal entlang einer alten Bahnstrecke direkt an der deutsch-tschechischen Grenze bis Deutschneudorf, dann hinauf nach Seiffen und den Kammweg retoure

Ausgangspunkt unserer heutigen, einsamen Wanderung ist Olbernhau - Hirschberg. Zu erreichen von Sayda kommend, das Flöhatal über den Mortelgrund Richtung Olbernhau S212 fahren. Den Abzweig nach Seiffen links liegen lassen und über die S211 weiter Richtung Olbernhau fahren. Kurz vor der Kreuzung der S 214 und der S211 liegt links ein auf allen elektronischen Karten ein kleiner, nicht mit Schild gekennzeichneter Parkplatz. Von dort gehen unmittelbar 2 Wege ab.
 
Zum einen der Tiefe Flussweg, welchen wir gehen und der breite, asphaltierte Lomlerweg, welcher direkt nach Seiffen hoch führt. Der Tiefe Flussweg ist wenig begangen und recht grün, gleich den ersten, noch grüneren Weg welcher rechts steil hinaufführt gehen wir weiter. Der bewachsene Anstieg ist nur kurz und führt zum Waldrand hinauf. Hier trifft er unmittelbar auf den blau markierten Kammweg, welchen wir Richtung der Häuser  von Hirschberg gehen.
Wir sind im Weiler Hirschberg angekommen. Durch Buchenwälder, immer rechts haltend führt dieser Weg fast eben dahin. Im Sommer angenehm schattig und kühl. Die gelbe Markierung ist hier leider nicht mehr immer gut zu sehen. 

Kurze Ausblicke gibt es immer mal auf die gegenübeliegende Talseite hinüber in's Böhmische, hier nach Brandov, eine Landzunge welche weit auf die deutsche Seite hinein ragt.
Nach einem kurzen Abstieg auf ziemlich zugewachsenem Waldweg kommen wir an der Straßenkreuzung zum Seiffener Grund.
Nun führt die gelbe Markierung auf einer ehemaligen Bahntrasse im Schweinitztal über Oberlochmühle nach Deutschkatharinenberg entlang, welche 1970 stillgelegt wurde.


Deutschkatharinenberg wurde von böhmischen Protestanten im 17. Jahrhundert gegründet, welche im katholischen Böhmen wegen ihrem Glauben mit der Obrigkeit in Konflikt kamen. 
Deutschkatharinenberg ist ein Ortsteil von Deutschneudorf. Eine Brücke überquert die Schweinitz und man kann direkt zum böhmischen Pendant steil hinauf laufen.
Machen wir aber nicht. Der kleine Ort bietet neben einigen typischen Erzgebirgshäusern noch ein Besucherbergwerk, den Fortuna Stollen.

 

Wir bleiben dem Bahndamm und dem Schweinitztalweg mit seiner gelben Markierung noch ein wenig treu. Die Buchen sind lichten Birken gewichen. Im Frühling mit dem ersten zarten Grün sehr nett zu laufen.



Nach ca.1 km, an einem verfallenen Haus wendet sich der Weg links über die typischen Steinrückenwiesen hinauf, eine Etage höher. Die Richtung Deutschneudorf bleibt aber bestehen. Der Blick über's Tal wird weiter. Die beiden Katharinenbergs hoch oben das Böhmische und unten das Deutsche sind gut zu erkennen.




Vor den ersten Häusern von Deutschneudorf weist der eine Teil der grünen Strichmarkierung nach links, den wählen wir. Der andere führt zur Kirche in die Ortsmitte. Wollen wir aber nicht, muss man dann so viel asphaltierte Straße Richtung Seiffen laufen. Außerdem: ein Anton Günther Stein muss sein. Anton Günther ist DER Mundartdichter des Erzgebirges und es gibt 'zig solche Gedenksteine im gesamten Gebirge. Wer sich da weiterbilden möchte, sogar bei Amazon Music kann man sich eine Hörprobe holen.

Aber der entstandene Rastplatz ist schön, ist man hier auch auf einem Teil des Glockenwegs und eine Stundenglocke hat's auch, neben guter Aussicht.






Über die offene Landschaft wandern wir weiter wieder zurück Richtung Deutschkatharinenberg auf grüner Markierung nur eine Etage höher. Das erste Grün ist draußen und die weißen Blüten diverser Gehölze. Sogar als Mix:


 Dann tauchen wir wieder ein in das satte Grün der Buchenwäder, bis wir in Oberseiffenbach wieder aud die typisch offene Landschaft mit einzelnen Gehöften und Wiesen in sattem Grün treffen. Ganz hinten am Horizont grüßt der Schwartenberg.


 Wir wollen nicht Straßen laufen. So wählen wir nicht den direkten Weg nach Seiffen, sondern verlassen in dem Weiler Oberseiffenbach die grüne Markierung und gehen den Rundweg (roter Punkt) um Seiffen. Rundweg ist im weitesten Sinne gefasst, aber er kommt dann auch wieder in Seiffen heraus. Wer in die Ortsmitte will, muss diesen dann auf den vielen Ortsmitte Varianten verlassen.




In Seiffen selbst ist neben dem bekannten Kirchlein, den unzähligen Läden der erzgebirgischen Volkskunst auch das Spielzeugmuseum sehenwert. Das ist aber einen extra Ausflug wert.

Der Rundweg trifft auf den blau markierten Kammweg Erzgebirge-Vogtland und ist auf kurzer Strecke ein Teil von ihm. Es geht hinunter bis zu den letzten Häusern von Seiffen um dann gegenüber steil 100 Höhnemeter zur Wettinhöhe wieder anzusteigen. Ein Rastplatz steht genau an der richtigen Stelle. Dann geht der Kammweg für uns nur noch weiter bergab Richtung Hischberg. Ein breiter Schotterweg, nein das wollen wir nicht. Am nächsten Rastplatz führt der einsame, idyllische Tiefe Flussweg wieder direkt zum Auto.