Hrad Tolštejn (urspr.Dohlenstein) - eine im Mittelalter bedeutende Burg
heute Burgruine mit Gastronomie und einer herrlichen Rundsicht in den "Schluckenauer Winkel", des Lausitzer Gebirges (Lužické Hory) und des Zittauer Gebirges
Wir starten im Sächsischen unterhalb der Lausche haben wir in Saalendorf, ein Ortsteil von Waltersdorf, auf dem Bauernhof Sell unseren Stellplatz für den Caravan.
Die Bauernfamilie hat auf ihrem Grundstück Stellplätze für Wohnmobile und Caravan und eine Zeltwiese eingerichtet. Sanitär ist alles vorhanden, auch eine kleine Küche und ein Aufenthaltsraum. Allerdings befindet man sich auf einem aktiv bewirtschaftetem Bauernhof, wo es früh zeitig losgeht mit der Arbeit und wo es auch reichlich Kühe gibt einschließlich deren Duft. Wem das nicht zusagt, der sollte es lassen hier zu übernachten.
Von hier geht es auch los mit der Wanderung. Vom Hof aus, 50 m die Dorfstraße entlang Richtung Waltersdorf und dann den Weg mit dem grünen Punkt über die Felder nehmen. Wir queren den unteren Teil von Waltersdorf, mit seinen schönen Umgebindehäusern immer dem grünen Punkt nach Richtung Herrenwalde unterhalb der Sängerhöhe. Etliche Wege führen da links hinauf. Wir lassen sie im wahrsten Sinne links liegen und genießen nur die Sicht hinauf zur Lausche.
Geradeaus bietet sich auch ein schöner Blick nach Großschönau/Varnsdorf, Seifhennersdorf. Fließend sind hier die Grenzen zwischen Böhmen und Sachsen.
Der Ringweg Waltersdorf (grüner Punkt), den wir bis hierher gewandert sind, mündet auf eine Blaue Markierung welche nach links steil ansteigend durch einen Mischwald geht. Immer weiter geht es nun steil bergan über den Weberberg, direkt an der Grenze zu Kamm hinauf. Am schwarzen Tor, direkt auf dem Kamm, treffen sich verschiedene Wege. Eine gelbe Markierung taucht in den dunklen Nadelwald ein. Man geht durch das schwarze Tor - cerná braná, hinüber in's Böhmische.
Nach wenigen Metern steht man wieder auf einem breiten Wander/Fahrradweg, geht diesen kurz nach rechts bis zur nächsten großen Wegkreuzung. Eine rote Markierung führt direkt (über Berg und Tal) zur Burg Tolštejn. Kurzzeitig eben verläuft der Weg bis er über einen sandsteindurchsetzten Felsrücken, dem Ziegenrücken ( Kozí hřibet) steil in's Tal abfällt. Oben am Wegkreuz ist schon einmal das Ziel in Sicht, allerdings sieht man nicht, wie steil es wieder nach unten geht.
Und auf der anderen Seite natürlich wieder hinauf. Durch das Dörfchen Lesné mit seinen kleinen Häusschen. Die meisten werden von den Tschechen, wie schon immer gerne, als Wochenendhäusschen genutzt. Aber sie sind gut erhalten und liebevoll restauriert.
Die Burg liegt auf einem Felssporn, welcher 670 m hoch ist. Man hat also die Kammhöhe fast wieder erreicht. Es ist heute warm. Und mitten in den mittelalterlichen Ruinen gibt es Gastronomie. Wir lassen uns das gute Getränk (Pivo) erst einmal schmecken. Übrigens hatte die Idee mit der Gastronomie schon die letzte Besitzerfamilie. 1865 wurde hier schon ein Gasthaus errichtet.
Die Burg Tolštejn wurde im Jahre 1337 das erste mal urkundlich erwähnt. Sie war ein wichtiger Schutzwall der Handelswege zwischen Böhmen und der Lausitz. Die Herrschaft wechselte oft zwischen sächsischem und böhmischem Adel. 1642 wurde die Burg durch die Schweden gestürmt und geplündert. Danach wurde sie nie wieder aufgebaut.
Heute kümmert sich die Gemeinde Jiřetín pod Jedlovou um die Sicherung und Erhaltung der Gemäuerreste.
Bis zum schwarzen Tor, auf dem Kamm ist der Rückweg über Berg und Tal der gleiche. Ab dem schwarzen Tor laufen wir entlang der gelben Markierung steil nach unten und kommen über die Sängerhöhe nach Waltersdorf.
Bis ins untere Dorf wandern wir die Dorfstraße entlang und bewundern die schönen Umgebindehäuser. Zusammen mit der Lausche (im Rücken) ergibt das ein schönes Fotomotiv.
Unterhalb der Kirche, kurz nach dem Abzweig nach Bertsdorf treffen wir wieder auf den Rundweg Waltersorf (grüner Punkt) und gehen über das Feld zum Bauernhof Sell nach Saalendorf.
Distanz: 22,5 km, 850 Hm Aufstieg in Summe































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