Herbst in den Schrammsteinen

Herbst in den Schrammsteinen

Samstag, 14. Februar 2009

Peking 2009

Eine Woche Studienreise nach Peking, das bedeutet ein straffes und reichhaltiges Programm.
Nach langem Flug von Berlin-Tegel über Russland und der Mongolei sind wir in Peking gut gelandet. Das Einchecken in das Hotel geht schnell und wir sind am Nachmittag schon wieder unterwegs zum Kohlenhügel und dem Tia'namemplatz.
Letzterer hat eine gigantische Ausdehnung (1 Million Menschen haben darauf Platz) und durch die einzelnen gewaltsamen Ereignisse eine in westlichen Augen unrühmliche Geschichte. Aber die Volksrepublik China ist und bleibt eben eine Diktatur, auch wenn sie marktwirtschaftlich geprägt auftritt. Und wenn man selbst in einer Diktatur groß geworden ist, dann sieht man Vieles mit anderen Augen. Die Bezeichnung Platz des Himmlischen Friedens ist sehr doppeldeutig. Entstammt diese Bezeichnung ja noch aus dem Kaiserreich - und der himmlische Frieden war für den Kaiser gedacht und nicht für das Volk.
Wenn man man die gewaltsamen Auseinandersetzungen denkt, dann fallen einem zuerst natürlich die Ereignisse des Jahres 1989 ein, als tausende protestierende Studenten gewaltsam getötet oder einfach irgendwo "verschwanden". Schaut man sich in der Geschichte um, so sind auch ähnliche Ereignisse 1976 und 1919 zu nennen.
Das schöne Tor des Himmlischen Friedens, welches das Haupttor zur verbotenen Stadt ist, ziert inzwischen und immer noch das überdimensionale Bildnis Mao Zedongs, welcher sich selbst genau so aufspielte wie der Kaiser.
Nach seinem Tod wurde 1976 sein Mausoleum an der Südseite des Platzes nach Leninschem Vorbild errichtet. Genauso überdimensioniert und häßlich.
Die große Halle des Volkes ist nicht viel besser, entspricht sie ebenso dem sozialistischem Größenwahn der ausgehenden 50er Jahre.
Sucht man noch Ursprüngliches so findet man das gewaltige Quianmen-Tor. Es ist ein altes, prächtiges ehemaliges Haupttor in die innere Stadt und entstammt der Zeit der Ming Dynastie. Durch dieses durfte nur der Kaiser und kaiserliche Sänften gehen.

Das Tor für die Beamten und Diplomaten ist nicht so prunkvoll.
Möchte man den Tia'namem Platz heute betreten, muss der Tourist und auch der einfache Chinese durch ein Kontrollsystem wie auf Flugplätzen. Auch das gehört zum Wesen einer Diktatur!
Einigermaßen erhalten sind die Gebäude und das Eingangstor auf dem Kohlenhügel. Er befindet sich nordwestlich des Kaiserpalstes und steht auf dem Aushub desselben. Ein kleiner Teil des Areals ist er Öffentlichkeit zugänglich. Der größere ist immer noch den Kaisern der KP Chinas vorbehalten.
Dennoch hat man eine gute Aussicht auf die Stadt, soweit es der hier vorherrschende Smog zulässt.








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